Die Drag-Racing-Saison 2026 wirft ihre Schatten voraus – und die jährliche SFI-Inspektionstour ist bereits erfolgreich abgeschlossen. Die offiziellen Tourdaten waren von Jennifer Faye, Präsidentin der SFI Foundation, Inc., an die Speedgroup übermittelt und Anfang Februar auf dragracingeurope.eu sowie bei Eurodragster veröffentlicht worden. Parallel dazu waren die deutschen Teams über die Fahrer-WhatsApp-Gruppe „Drivers Exchange“ informiert worden.

Die SFI-Inspektion ist ein zentraler Bestandteil der Saisonvorbereitung. Sie stellt sicher, dass alle zertifizierten Komponenten den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen und sich in einem einwandfreien Betriebszustand für die bevorstehende Saison befinden. Organisiert wurde die Tour in enger Zusammenarbeit zwischen der US-amerikanischen SFI Foundation, Inc. und den europäischen Partnern Andy Robinson Race Cars (Großbritannien) sowie ME Racing Service AB (Schweden), die zugleich als wichtige Ansprechpartner in Sachen SFI für Teams und Fahrer fungieren.

Was wurde geprüft?
Im Rahmen der Tour wurden zahlreiche sicherheitsrelevante Bauteile kontrolliert – darunter Kupplungsbaugruppen, Getriebeschutzsysteme, Bellhousings, Ventildeckelschutzbleche, Flexplates sowie Turbolader. Auch bestimmte Felgen (SFI 15.3 und 15.4) gehörten dazu – mit einer wichtigen Einschränkung:
Für Weld-Felgen ist spezielle Prüftechnik erforderlich, weshalb diese nicht im Rahmen der SFI-Tour zertifiziert werden konnten. Hier mussten sich Teams direkt an Andy Robinson Race Cars oder ME Racing Service wenden. Wichtig war dabei: Die Felgen mussten mit montierten Beadlocks und ohne Reifen eingesendet werden.

Vier Stationen quer durch Europa

Die SFI-Tour 2026 führte quer durch Europa und machte an vier zentralen Stationen Halt:

  • Auftakt am 10. März auf dem Santa Pod Raceway in England (Gastgeber: Santa Pod Racers Club)
  • Weiter ging es am 19. März nach Amsterdam ins Hotel IBIS am Flughafen Schiphol (Gastgeber: Dutch Hot Rod Association)
  • Am 20. März folgte der Termin in Klaukkala, Finnland, bei der FHRA
  • Den Abschluss bildete am 21. März Borlänge in Schweden bei ME Racing

Während für Schweden eine Voranmeldung erforderlich gewesen war, konnten Preise und organisatorische Details im Vorfeld direkt bei den jeweiligen Veranstaltern erfragt werden.

Gemeinsam stark: Das deutsche SFI-Taxi

Besonders für deutsche Teams stellte der Termin in Amsterdam eine logistische Herausforderung dar – insbesondere, da er unter der Woche stattfand und häufig mit zusätzlichem Urlaub verbunden gewesen wäre.

Die Lösung war ein gemeinschaftlich organisiertes „SFI-Taxi“. Initiiert vom Pro-Mod-Team MW-Racing und unterstützt durch den DMV – Deutscher Motorsport Verband – wurde ein Transportservice ins Leben gerufen, der auf große Resonanz stieß. Insgesamt nutzten neun Fahrer aus acht Teams der Sportsman- und FIA-Klassen dieses Angebot.

Die Organisation lief Hand in Hand: Das MW-Racing-Team übernahm das Einsammeln und Kennzeichnen der Bauteile, während der DMV einen Ford Transit zur Verfügung stellte. Andrea Kloss brachte die Teile sicher nach Amsterdam und wurde vor Ort von Stephan Gebhardt bei der Abwicklung der Inspektion tatkräftig unterstützt.

Das Fazit fällt positiv aus – und mit Blick auf die bevorstehende Saison zeigt sich, wie wertvoll solche gemeinschaftlichen Lösungen für die Teams sind. Auch künftig soll dieser Service angeboten werden, sofern kein deutscher Tourstopp zustande kommt.

Deutschland als zukünftiger Tourstopp?

Seit 2023 ist der DMV offizielles Mitglied der SFI und verfolgt seitdem und auch weiterhin das Ziel, einen Termin der SFI-Tour zurück nach Deutschland zu holen. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass dies durchaus realistisch ist: Noch 2008 wechselten sich Deutschland und die Niederlande im Zwei-Jahres-Rhythmus als Gastgeber ab.

Die Herausforderung bleibt jedoch bestehen: In beiden Ländern ist das Aufkommen an Re-Zertifizierungen bislang zu gering, um dauerhaft separate Termine zu rechtfertigen. Dennoch setzt sich der DMV weiterhin aktiv dafür ein, Deutschland wieder als festen Bestandteil der SFI-Tour zu etablieren.

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